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Innovation in der Uhrmacherei: Der Aufstieg von Uhren mit Keramikgehäuse

Die Verwendung von Keramik in Uhren stellt ein modernes Wunderwerk der Materialwissenschaft dar und ist seit seiner Einführung für Verbraucher im letzten Jahrhundert zum Trendsetter geworden. Im Jahr 1962 stellte das Schweizer Rado die weltweit erste Uhr mit Keramikkomponenten vor, die „Rado DiaStar“. Obwohl das Gehäuse der „Rado DiaStar“ nicht vollständig aus Keramik, sondern aus Wolframkarbid gefertigt war, legte die begrenzte Verwendung von Keramikmaterial den Grundstein für den späteren Aufschwung verschiedener Keramikuhren.

War die „Rado DiaStar“ ein vorsichtiges Experiment bei der Verwendung von Keramik für Uhren, so stellte das 1972 von Omega auf den Markt gebrachte „Omega Seamaster Cermet AKA Black Tulip Case“ ein mutiges Unterfangen bei der Verwendung von Keramik für Uhrengehäuse dar. Leider wurde das „Omega Seamaster Cermet AKA Black Tulip Case“ nur in sehr begrenzten Stückzahlen hergestellt und schließlich so schnell vom Markt genommen, wie es aufgetaucht war.

Im Jahr 1986 kam eine bahnbrechende Uhr mit Keramikgehäuse auf den Markt: der luxuriöse „Da Vinci Perpetual Calendar Chronograph 3755“ von IWC. Bei dieser Uhr wurde gewagt Hightech-Keramik aus Zirkonoxid verwendet, die für ihre hohe Härte und den natürlichen Glanz der Keramik bekannt ist, was schnell zu ihrer Akzeptanz auf dem Luxusmarkt führte.

Der kommerzielle Erfolg des „Da Vinci Perpetual Calendar Chronograph 3755“ veranlasste die Verbraucher, den antiken Luxus der Keramik neu zu bewerten, der auch in der neuen Ära eine geheimnisvolle Anziehungskraft bewahrte. Die Eigenschaften des Keramikgehäuses – seine glatte Oberfläche, Verschleißfestigkeit, physikalische Stabilität, Säure- und Alkalibeständigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Beständigkeit gegen Verfärbung, geringes Gewicht und Ungiftigkeit – machten es bei Verbrauchern beliebt. Wichtig ist, dass Keramik im Gegensatz zu Edelstahlgehäusen und -bändern, die zwangsläufig Nickel enthalten, das die Haut reizen kann, hautfreundlicher ist, was zu einer größeren Marktakzeptanz führt.

Große Marken wie Omega, IWC, Blancpain und Panerai erkannten das Marktpotenzial von Keramikgehäusen und begannen, sich in diesem Bereich zu engagieren. Die wachsende Nachfrage nach Keramikgehäusen führte zu erheblichen Fortschritten bei den erforderlichen Verbindungen und Fertigungstechnologien. Der derzeit gängige Prozess zur Herstellung von Keramikgehäusen besteht darin, extrem feines Zirkonoxidpulver unter hohem Druck in eine Form zu spritzen und es anschließend in einem Ofen bei Temperaturen über 1.000 Grad Celsius zu schmelzen und zu verfestigen, um langlebige Keramikkomponenten zu bilden. Damit ist der Prozess jedoch noch nicht beendet. Ein qualifiziertes Keramikgehäuse wird nach dem Sintern weiter mit Diamantpulver poliert, um das kleine, aber bedeutende Keramikgehäuse der Uhr zu vervollständigen.

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